Urteil zu Aufarbeitung des Massakers von Katyn in Russland
| Geschichte - Historische Ereignisse |
russland.Ru 22.04.2010
In Russland könnte in die rechtliche Aufarbeitung des Massakers an polnischen Offizieren in Katyn vor 70 Jahren bald wieder Bewegung kommen. Der Oberste Gerichtshof Russlands fällte am Mittwoch nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Memorial ein wichtiges Urteil bezüglich eines eingestellten Ermittlungsverfahrens der Militär-Staatsanwaltschaft.
Nachdem ein Gericht in Moskau eine Klage von Memorial im vergangenen Jahr abgewiesen habe, müsse es sich nun erneut mit dem Fall beschäftigen.
Konkret geht es um Ermittlungen russischer Militär-Staatsanwälte über die Ermordung tausender polnischer Offiziere durch die sowjetische Geheimpolizei im Frühjahr 1940. Die Ermittlungen waren 2004 eingestellt worden, ohne dass das Massaker als Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft worden wäre. Die Begründung für die Anordnung, die Ermittlungen einzustellen, war nicht veröffentlicht worden. Dagegen war Memorial gerichtlich vorgegangen.
Die sowjetische Geheimpolizei hatte im April und Mai 1940 auf Anweisung des damaligen sowjetischen Staatschefs Josef Stalin bei Katyn, im russischen Mednoje und im ukrainischen Chakiw rund 22.000 Polen hingerichtet, darunter zahlreiche Offiziere, Polizisten und Intellektuelle. Die Sowjetunion hatte jahrzehntelang den Nationalsozialisten die Verantwortung für das Massaker von Katyn zugewiesen. Erst 1990 räumte der damalige Staatschef Michail Gorbatschow ein, dass die Sowjetunion für das Massaker verantwortlich war.
Letzten 21 Opfer des Absturzes bei Katyn identifiziert
Vor eineinhalb Wochen war die polnische Präsidentenmaschine auf dem Weg zu einer Gedenkfeier für die Opfer des Massakers nahe Smolensk im Westen Russlands abgestürzt. Dabei kamen neben Polens Präsident Lech Kaczynski auch zahlreiche Angehörige der polnischen Führungselite ums Leben. Insgesamt starben 96 Menschen.
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Presseschau zum Thema
Mord in Katyn wird wieder neu aufgerollt Sächsische Zeitung (online) 21.04.2010
Russische Richter ordnen neue Ermittlungen zu Katyn an DW-WORDLD.DE 21.04.2010











