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PostHeaderIcon B-Promi Oliver Pocher und seine frühere Mitgliedschaft bei der Religionsgemeinschaft Jehovas Zeugen

Promis - Oliver Pocher
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Oliver Pocher bei 'Wer wird Millionär?', Quelle: n24.de

Den Namen Oliver Pocher kannte ich erst seit der Media Markt Werbung "Lasst Euch nicht verarschen". Eines Tages wurde über Oliver Pocher's Lebensgeschichte im Schnelldurchlauf erzählt. Dabei wurde erwähnt, dass Oliver Pocher ein ehemaliger Zeuge Jehova war. Das hatte mich sehr erstaunt, da ich bisweilen nur Scientology-Promis aus dem TV kannte und deren Scientology-Zugehörigkeit mit Zähneknirschen hingenommen wurde.

Nun taucht aber Oliver Pocher in der TV Szene auf und gibt offen zu, dass er früher bei den Jehovas Zeugen dabei war. Bei Oliver Pocher scheiden sich die Geister; die einen halten ihn einfach nur für platt, die anderen sind dagegen begeistert vom frechsten Lästermaul im TV.

Pocher wuchs als Sohn von Gerhard und Jutta Pocher in Hannover auf. Während seiner Kindheit gehörte er ebenso wie seine Eltern der Religionsgemeinschaft Jehovas Zeugen an - die Familie konvertierte 1982 - und beteiligte sich auch an deren Missionstätigkeit. Nach seiner Schulzeit absolviert Oliver Pocher eine Ausbildung als Versicherungskaufmann bei der 'Signal Iduna Bauspar AG'. Nach der Ausbildung arbeitete er noch für die 'Schweizerische Lebensversicherungs- und Rentenanstalt AG' (Swiss Life) sowie für die HDI Lebensversicherung AG. Auch hat er den Zivildienst absolviert. Neben seiner Ausbildung zum Versicherungskaufmann arbeitete er bei mehreren Radiosendern, als DJ in Clubs und als Warm-Upper bei Birte Karalus.

Am 28. Oktober 1998 versuchte Pocher mit einer eigenen Nummer, in der Nachmittags-Talkshow von Bärbel Schäfer, das Publikum zum Lachen zu bringen. Der Versuch misslang und er erntete Buh-Rufe, was ihn jedoch völlig unbeeindruckt ließ und er hinterher Bärbel Schäfer erklärte, dass er witzig sei und eine Fernsehkarriere anstrebe. Während einer Fernsehsendung (29.09.1999) von Hans Meiser (VIVA) wurde Pocher für eine einwöchige Gastmoderation bei der Fernsehsendung 'Interaktiv' ausgewählt. Die Anfänge seiner TV-Karriere sind auf dem untenstehenden You Tube Video zu sehen.



In den darauffolgenden Jahren gewinnt seine Karriere an Schwung und schließlich wird er, im Jahr 2006, einer breiten Bevölkerung durch seine Werbespots für Mediamarkt "Lass Dich nicht verarschen", bekannt.

In den meisten Lebensläufen von Oliver Pocher findet man etweder keinen oder nur einen kleinen Hinweis auf seine frühere Mitlgiedschaft bei der Religionsgemeinschaft Jehovas Zeugen; mehr nicht. Dies hatte mich veranlasst, weiter nach Informationen diesbezüglich zu suchen. Schließlich wurde ich fündig; ich fand ein paar Videos und Zeitungsartikel, in denen Oliver Pocher verrät, wie es war als er in der Religionsgemeinschaft Jehovas Zeugen aufgewachsen ist.

Auszüge aus dem Artikel „Bei Viva läuft fast nur noch Schrott“ Der Tagesspiegel vom 17.02.2006

Gefragt nach seiner Jugend und seiner Rolle in der Schule antwortet Pocher

Theoretisch war ich der Außenseiter – nicht besonders groß, jünger aussehend und dann auch noch die falsche Religion.
Sie waren bei den Zeugen Jehovas.
Ja, und wenn man sich nicht richtig wehren kann, bei Weihnachten immer außen vor steht, am Religionsunterricht nie teilnimmt, dann gelangt man ruck, zuck in eine Außenseiter-Rolle. Ich hatte aber trotzdem das Glück, sehr beliebt zu sein. Da gab es wenig Angriffspotenzial.


Gefragt, ob Oliver Pocher nach sieben Jahen Fernsehen nie die Angst gehabt hätte, dass es mal abwärts gehen könnte, antwortet er mit folgendne Worten.

Mir bleibt der große Absturz erspart. Ich denke, das liegt auch daran, dass ich keinen Alkohol oder Drogen konsumiere. Ich werde nicht mit meinem Lieblings-Klavier sprechen und denken, es sei Marilyn Monroe. Sicherlich hilft dabei mein religiöser Hintergrund. Ich bin drei Mal pro Woche in die Kirche gegangen. Das hat mich geprägt. Ich finde, Drogen machen auf Dauer dumm. Und sehr häufig stimmen die äußerlichen Klischees: Die Leute, die einen rauchen, sehen ungepflegt aus, sitzen in der letzten Reihe, finden alles doof und freuen sich nur auf den nächsten Joint. Solche Menschen kann ich genauso wenig ernst nehmen wie diejenigen, die am Wochenende zwölf Pillen schlucken, Buffalo Boots tragen und sich die Fresse mit Piercings voll stopfen.


Diese Auszüge aus dem Tagesspiegel sind sehr aufschlussreich, denn sie verraten uns, wie der Umgang der Gesellschaft mit neuen religiösen Bewegungen - in diesem Fall die Religionsgemeinschaft Jehvoas Zeugen - ist. Pocher erzählt, wenn man an Weihnachtsfeiern und Religionsunterricht nicht teilnimmt und sich dann noch nicht wehren, schnell zum Außenseiter werden kann. Dies wird als falsche Religion angesehen. Ich frage mich, was passieren würde, wenn ein Moslem oder Buddhist an Weihnachtsfeiern und Religionsunterricht nicht teilnehmen würde, ob dann auch seine Religion als falsch angesehen würde?

Und siehe da Pocher hat auch ethische Vorstellung, denn er hält nichts von Drogen- und Alkoholkonsum der Menschen weil er sieht wie dadurch der Verfall da ist. Er sagt dass dies einen religiösen Hintergrund hat weil er regelmäßig in die Kirche gegangen ist.

Im Stern Artikel vom 3.04.2007 mit dem Titel Bei den Zeugen Jehovas gelernt zu nerven erzählt er, von der Erfahrung mit den Hausbesuchen als Jugendlicher mit der Wachturm-Zeitschrift, zehre er noch heute. Er sagt, dass 99 von 100 Türen sofort zugegangen seien und fügt hinzu "Da lernst du es, den Leuten auf den Sack zu gehen". Die gesellschaftliche Reaktion auf seine Mitgliedschaft beschreibt er als "Man erfährt, wie es ist, nicht gemocht zu werden"
Diese Aussagen haben mich zum Nachdenken gebracht. Wie können Außenstehende Mitgliedern Jehovas Zeugen und deren Lehre kennen, wenn 99 von 100 Türen doch zu gehen? Sich aber dann sicher sein und Zeugen vermitteln "nicht gemocht zu werden".

Wie gut dass Verhältniss von Pocher zu seinen Eltern ist, obwohl er kein Mitglied bei Jehovas Zeugen mehr ist, zeigt dass untenstehende Video'72 Stunden im Leben des Oliver Pochers' . Er lud sein Vater Gerd nach Orlando(Florida) zur Wrestle Mania ein. Damit erfüllt er Gerd Pocher einen Herzenswunsch; der Vater ist seit über 40 Jahren ein Wrestling-Fan.


Ausszug aus dem Video
"Aber bei meiner Mutter kommt das immer noch viel besser an; die verteidigt dann einen immer noch. Die Familie steht bedinungslos hinter Oli und er hinter ihr sonst wäre er heute abend nicht im ausverkauften Citrus Bowl von Orlando. Es ist Wrestle Mania 24 der Höhepunkt des Familienausflugs."

Wie er übrigens zur Religionsgemeinschaft Jehvoas Zeugen steht, wird aus dem untenstehenden Video ersichtlich. Es handelt sich hierbei um ein Ausschnitt aus der Johannes B. Kerner Show vom 15.01.2009. Eingeladen wurden Will Smith der über den neuen Film 'Seven Pounds'(Sieben Leben)sprach, Oliver Pocher und Dr. Eckard Pahlke.
Will Smith spielt in dem Drama 'Seven Pounds'(Sieben Leben) Tim Thomas. Durch einen schweren Autounfall den er verursacht, stirbt seine Verlobte sowie sechs weitere Menschen. Von diesem Zeitpunkt an versucht Tim Thomas den angerichteten Schaden wiedergutzumachen, indem er einen Teil seiner Leber, eine Niere und Knochenmark spendet. Dieses Thema der Organspende nimmt JBK(Johannes B.Kerner) zum Anlass, Oliver Pocher nach seiner Einstellung diesbezüglich zu befragen, da sein Vater Gerd Pocher im Herbst 2008 erkrankt ist und ihm eine Niere entfernt worden ist.


Will Smith bei Johannes B. Kerner am 15.01.2009 (6… - MyVideo

Transcript des Videos (min 5:13 - 7:30)

JBK: Jetzt versuche ich hier verzweifelt...Oliver äh kann kurz ernst mit dir reden?

Oliver P.: Gerne

JBK: Im letztem Herbst...ähm bist du auch mit dem Thema in Berührung gekommen, nämlich deshalb weil dein Vater erkrankt ist und ihm eine Niere herausgenommen worden ist und dass für euch eine große und problematische insbesonders für ihn natürlich eine problematische Phase war. Dürfte er, dein Vater ist ein Zeuge Jehvoas, dürfte er ein Spenderorgan annehmen?

Oliver P.: Äh...ja das kann er selber entscheiden, also der kann annehmen was er möchte.

JBK: Ja nee, nach seiner Religion, da ist doch immer mit Bluttransfusion...

Oliver P.: Bluttransfusion ist mehr das Problem aber Spenderorgane ist nicht das Problem.

JBK: Das heißt, er durfte vor der Operation äh..musste er sagen "ihr könnt mich operieren, aber ihr dürft kein Blut von einem anderem Menschen nehmen, weil das geht nicht einher mit meinen religiösen Gedanken".

Oliver P.: Richtig, so funktioniert es da.

JBK: Und ist das nicht komisch ähm...eine medizinische, weiß nicht ob Notwendigkeit, aber doch zumindestens Möglichkeit nicht in Anspruch zu nehmen.

Oliver P.: Ähm...das muss ja jeder für sich selber entscheiden, da ich ja mit Zeugen Jehvoas in dem Sinne nichts mehr zu tun habe.. Äh, müssen die das für sich entscheiden. Also man kann nur sagen, rein medizinisch ist es gar nicht das Schlechteste, weil die Ärzte müssen im Prinzip sauberer arbeiten und müssen halt, so heißt es immer, Blut raus, Blut rein und es wird gerne dann eine Transfusion genommen. Und selbst Operationen am offenen Herzen sind dann halt auch ohne Blut möglich, wenn man das halt richtig gut kann.

JBK: Ah, dass heißt im Grunde genommen werden durch so eine Haltung äh..die Ärzte hier aufgefordert noch ein bisschen Fingerfertigkeit, sauber, besser zu arbeiten.

Oliver P.: sauberer zu arbeiten

JBK: Wie gehts deinem Vater?

Oliver P.: Ähm, es geht ihm jetzt sehr gut, also das war ein Schock, weil jeder der meinen Vater kennt weiß, dass er ein halt ein sehr lustiger Typ ist und wenn man mal auf einmal so eine Mischung aus irgendwie Herzinfarkt und Nierenproblem hat, äh.. dann wirft das einen ganz schön um, aber zeigt auf der anderen Seite auch noch einmal was halt wichtig ist und wo man halt auf diese Familiendingeinheit kommt, wo man immer sagt, dass ist halt kitschig, aber es zeigt dann doch, wer letztendlich dann am Bett an der Intensivstation steht, wer wirklich dann deine Freunde sind und wer die sind, mit der du dann zusammen bist.

JBK: Also, war es für dich persönlich eine wichtige Erfahrung?

Oliver P.: Ja, also eine die ich jetzt nicht...

JBK: Du musstes die Erfahrung nicht machen aber...

OLiver P.: nicht eine, die jetzt unbedingt jetzt gut fand und so und relativ schwer, weil man trotzdem sein Standup Programm am Laufen hat und abends auf die Bühne gegangen ist und man nicht immer genau wusste, was man zu tun hatte, aber eine wichtige Erfahrung, die man gemacht und die einen wirklich auch familiär noch mal näher zusammengebracht hat.


Auch sprach die Bild.de 11.04.2007 mit Oliver Pocher über seinen früheren Glauben.
Herr Pocher, warum können Sie frei aus der Bibel zitieren?

„Das macht die religiöse Erziehung. Meine Eltern sind Zeugen Jehovas. Ich nicht mehr. Weil ich mit den Regeln nicht einverstanden war. Wer ausgeschlossen wird aus diesem Bund, ist als Aussätziger gebrandmarkt.“

Glauben Sie an Leben nach dem Tod?

„Nach dem Tod ist Feierabend. Es gibt keinen Himmel und keine Hölle.“


Schlussbemerkung:
Oliver Pocher ist ein gutes Beispiel für ein ehemaliges Mitglied einer neuen religiösen Bewegung (Jehovas Zeugen), der sich nicht heulend in die Kamera stellt und sich nicht beschwert, wie alles schlecht war und welche "Gehirnwäsche" er als Kind erfuhr. Außerdem hat er einen guten Kontakt - wie das obige Video zeigt - zu seinen Eltern, die noch Mitglieder bei den Jehovas Zeugen sind.